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Grundsätzliche Informationen zum Windradausbau in Unterfranken

Im ersten Halbjahr 2014 ist in Baden-Württemberg trotz grünem Ministerpräsidenten nur eine einzige Windkraftanalge in betrieb gegangen.  Bis Ende 2014 waren es dann immerhin noch 8. Damit standen bis 31.12.2104 in Baden Württemberg insgesamt 396 Anlagen. Und dort gilt 10-h nicht. Zum Vergleich: Allein in Unterfranken waren am 1.2.2015 bereits 181 Windenergieanlagen im Betrieb (davon 114 in der Region Würzburg), weitere 86 sind bereits genehmigt - davon 73 allein in der Region Main-Rhön. Dass jetzt nach 10-H weniger Anfragen einlaufen, wie die Grünen immer bemängeln liegt halt daran, dass die Erbaufirmen schnell vor der Einführung von 10-H noch einen ganzen Pack an Genehmigungsanfragen eingereicht haben, von dem sie in den nächsten Jahren noch gut leben können.In den drei Planungsregionen von Unterfranken sind nach aktuellem Stand (1.2.2015) 5.040 ha Vorranggebiete und 4.953 ha Vorbehaltsgebiete vorgesehen - das ist Platz für rund 1.000 Windenergieanlagen.  In Baden-Württemberg werden Windgebiete erst ab 5,3 m/s in 100 m Höhe ausgewiesen - in Bayern dagegen bereits bei 4,5 m/s in 140 m Höhe.

Interessantes über Rothhäuser Dorfgeschichte:

http://mein-dorf.jimdo.com/

Konto Nr. für die BI Gegenwind zur Unterstützung weiterer Maßnahmen gegen zusätzliche 3 Windräder auf Rothhäuser Seite


Kontonummer: 3145115
Bankleitzahl:   79069010
VR Bank Schweinfurt

 

 

Zeitungsartikel Infoveranstaltung Gegenwind in kompletter Länge

Bürgerinititive hat weiter Hoffnung dass nicht gebaut wird – Über die Klage wurde noch nicht entschieden

 

Rothhausen (mel). Zusätzlich zu den bereits im Bau befindlichen fünf Windrädern auf Volkershäuser Seite wurden vor kurzem drei weitere auf Rothhäuser Seite genehmigt. Für die Bürgerinitiative Gegenwind aber kein Grund den Kampf dagegen aufzugeben. Dass die Lage nicht aussichtslos ist, legte sie vor rund 60 Bürgern bei einer Info-Veranstaltung dar. Gekommen waren auch Vertreter einer Initiative aus Obbach (Ldkrs. Schweinfurt), die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Die Hoffnung ruht auf der Unattraktivität des Standortes, welche die BI durch weitere Aktionen fördern möchte. Ein immerhin 30-seitiges Schreiben mit Auflagen ist dem Projektierer Juwi mit auf den Weg gegeben worden. Aus Sicht der BI sind erstaunlich viele Punkte aufgegriffen worden, welche die BI schon im Vorfeld immer wieder ins Feld geführt hatte. Auf einmal werde in den Auflagen offiziell erwähnt, dass das „Landschaftsbild erheblich geschädigt wird“, zitierte etwa Klaus Beck aus dem Schreiben. Für 8.550 qm Ausgleichs- und Ersatzflächen müsse Juwi deshalb sorgen. Wegen des belasteten Landschaftsbildes sei außerdem eine Ersatzzahlung von 257.000 Euro an den Naturschutzfonds zu leisten. An Rückbaukosten sei pro Windrad 90.000 Euro beim Landratsamt als Kaution zu hinterlegen. Wegen Schattenwurfs müssen die Anlagen an insgesamt 107 Stunden im Jahr abgestellt werden.

Weil jetzt auf einmal doch nicht unerhebliche Fledermausbestände in dem abzurodenden Wald bestätigt werden, muss zwei Jahre lang auf Kosten von Juwi ein Fledermausmonitoring durchgeführt werden. Dies könnte im Anschluss weitere Auflagen nach sich ziehen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen Streife zu laufen, weil in anderen Gebieten schon Reste von Knallkörpern an Nestern gefunden und auch vor Vergiftungen nicht zurück geschreckt wurde. Unabhängig davon dürfen die Rotoren aus immissionsrechtlichen Gründen von 22 bis 6 Uhr nur leistungsreduziert laufen. Fachzeitschriften wie das Handelsblatt hatten zudem von massiven Stellenabbau und großen finanziellen Schwierigkeiten bei Juwi berichtet, sodass die Frage in den Raum geworfen wurde, ob sich Juwi unter diesen Voraussetzungen das Risiko eines Baubeginns leisten kann. Dazu mochte Beck jedoch keine Einschätzung abgeben.

Weiteren Druck möchte die Bürgerinitiative durch eine Absenkung des schallreduzierenden Niveaus für den Schalksberg in Maßbach erreichen. Dort war durch eine Umwandlung des Erholungsgebietes in ein allgemeines Wohngebiet überhaupt erst der Weg frei gemacht worden, dass Green City auf Volkershausener Seite fünf Windräder errichtet hat. Immissionsrechtliche Beschränkungen hatten vorher keinen wirtschaftlichen Betrieb erwarten lassen. Weil am Schalksberg einige Bewohner die Umwandlung gerne zu Wohnungserweiterungen nutzen wollten, sahen diese den Vorgang dort zunächst durchaus positiv. Doch dafür werden weiter die Richtlinien für ein Erholungsgebiet angewandt. Nun ist die Stimmung am Schalksberg gekippt.

Eine Bewohnerin hatte deshalb mit Unterstützung der Bürgerinitiative aus Rothhausen auf Wiederherstellung des alten Status Quo geklagt. Entweder der Markt Maßbach wandelt den Schalksberg mit allen Rechten und Pflichten in ein allgemeines Wohngebiet um oder es müssen die immissionsrechtlichen Werte für ein Erholungsgebiet eingehalten werden. Diese Auffassung vertritt auch eine Hanauer Rechtsanwaltskanzlei, die eine entsprechende Klage angestrengt hat.

Weil die Rechtsgrundlage für den Schalksberg sich auch auf die drei Rothhäuser Windräder auswirken würde, hat inzwischen eine weitere Anliegerin des Schalksberg mit Unterstützung der Bürgerinitiative eine Klage auf weitere Schallreduzierung gegen Juwi angestrengt.

Ronald Beck hatte die immissionsrechtlichen Werte in akribischer Kleinarbeit nachuntersucht und entsprechend aufgearbeitet. Er ist zu der Überzeugung gelangt, dass diese theoretisch ermittelten Werte in einigen Fällen auf die gesetzlich zulässigen Höchstwerte, wie er es ausdrückte, „zurechtgerechnet“ wurden. Er schlug deshalb vor ein amtlich anerkanntes Messinstitut zu beauftragen, das den Schall vor Inbetriebnahme und danach misst.

Doch Rechtsanwälte, Klagen und Gutachten kosten Geld. Auf rund 20.000 Euro summieren sich die Gesamtkosten, hat Schatzmeisterin Petra Wiener ausgerechnet. Ein einfacher Internet-Aufruf hatte bislang 45 Personen zu Spenden bewogen, die sich in ihrer Gesamtsumme auf knapp über 9.000 Euro summieren. Da sich viele Gegner des Projektes noch nicht beteiligt haben ist die BI zuversichtlich die Gesamtsumme erreichen zu können.

Zudem soll an die Gemeinde Thundorf ein Antrag auf Übernahme des unabhängigen Schallgutachtens gestellt werden. Einen ähnlich gelagerten Fall zu Strahlenbelastung hatte die Gemeinde 2005 im Zusammenhang mit Handymasten in Thundorf zum Schutze ihrer Bürger auch bezahlt, wurde argumentiert. Des weiteren wird überlegt in welcher Form Überschüsse aus Festen und Verkaufsveranstaltungen in den Fonds fließen können.

 

Die neue Sicht von Thundorfs begehrten Bauplätzen aus:

Blick von Thundorf aus auf eines der bislang 5 Windräder
Blick von Thundorf aus auf eines der bislang 5 Windräder

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Es soll sogar Leute geben, auf die das monotone Geräusch sich drehender Windradflügel beruhigende Wirkung haben soll. Auch das stete Blinken beim abendlichen Zusammensitzen auf der Terrasse soll manchen vom Einschlafen abhalten.

Möglicherweise haben die Anwohner des Thundorfer Neubaugebietes aber auch das Rothhäuser Begehren unterstützt. Die neue Sicht in südlicher Richtung sieht auf jeden Fall so aus, wie auf dem Foto. Und das ist keine Fotomontage!!!

Video und Song auf Youtube:

Video und Song für die Bürgerinitiative Gegenwind sind aufrufbar unter:

 

Video: http://www.youtube.com/watch?v=Me1zilxX9pE

 

Song: http://www.youtube.com/watch?v=3rNQ2qb-sTk&feature=youtu.be

 

beides kann man auch auf Youtube in der Suchmaske unter "Gegenwind Rothhausen" finden.

 

 

Erst im Frühjahr 2013 war Susanne Latta mit ihrem Lebenspartner, dem Filmemacher und Songschreiber Gerald Meyer, nach Rothhausen in ein Anwesen an der Rothhäuser Mühle gezogen. Sie wollten weg von Windrädern in Norddeutschland und sollen sie nun doch wieder hier vor die Nase gesetzt bekommen. Susanne Latta möchte den Widerstand und die Bürgerinitiative Gegenwind tatkräftig unterstützen. Sie hat ein Gemälde geschaffen, das sie zur Versteigerung anbietet. Der Erlös soll an die Bürgerinitiative Gegenwind fließen. Es ist ein 90 x 90 cm große Werk  in Acryl-Öl und zeigt in ausgefeilter Pinseltechnik das Thema einer maskierten Geschichte. Es heißt "Entblößte Gesichter"
Die Mindestgebotssumme liegt bei 250 EUR. Angebote können bis zum 31. Januar per E-Mail abgegeben werden an info@susannelatta.de. Der Höchstbietende wird umgehend nach Auktionsende informiert und auf Wunsch wird auch die Presse möglicherweise darüber berichten.
 

Die Gemeinde Thundorf

weil es inziwschen immer wieder auch mal Anfragen von auswärts gibt, was denn hier überhaupt los ist, mal eine grundsätzliche Vorstellung (Gruß an Lydia von der BI aus Mönchberg!):

 

Die Gemeinde Thundorf liegt in Unterfranken, in der Nähe der Industriestadt Schweinfurt. Sie liegt inmitten einer Achse zwischen Hofheim (Osten) und Münnerstadt (Westen), sowie Bad Neustadt (Norden) und Schweinfurt (Süden).

 

Die Gemeinde Thundorf ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach und hat 1200 Einwohner.

Die Gemeinde Thundorf glieder sich auf in die Gemeindeteile Thundorf (560 Einwohner), Rothhausen (440 Einwohner) und Theinfeld (200 Einwohner).

Thundorf kann ein sehr schönes barockes Wasserschloss vorweisen, das aus der herrschaftlichen Zeit stammt, als hier  die Herren von Rosenbach und von Schaumberg das Sagen hatten. Sie waren schon im Mittelalter das tonangebende Geschlecht. Mit der Säkularisierung von 1804 hatte das aber alles ein Ende.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandelte sich langsam das Blatt, denn Rothhausen erhielt 1900 einen Bahnhof und damit einen direkten Anschluss an die weite Welt. Das Schneckeneck sollte bis in die 90er Jahre ein weithin bekanntes Tanzlokal sein, das auch heute noch eng mit dem Namen Rothhausen verbunden wird. Auch der Spielwarenhersteller Pola hat seine Wurzeln in Rothhausen.

 

1978 mussten sich die konkurrierenden Gemeinden zu einer Gemeinde zusammenschließen, um nicht im großen Verbund mit Maßbach und Poppenlauer unterzugehen.

Man hatte sich inzwischen gut aneinander gewöhnt und sogar die einst hart konkurrierenden Fußballmannschaften vom SV Rothhausen und TSV Thundorf haben sich 2007, wenn auch mehr aus Spielermangel, als aus inniger Freundschaft,  zusammen geschlossen.

 

Bis dann eben jener Windradzwist entstand. Obwohl klar war, dass eine überwältigende Mehrheit in Rothhausen die Windräder ablehnt, wollte der Bürgermeister, der aus Thundorf stammt, mit seinen ebenfalls aus Thundorf stammenden Gemeinderäten die Windräder unbedingt. Und weil sie die Mehrheit im Gemeinderat haben, wurde interessierten Firmen alle Türe und Tore geöffnet.

Und weil der Bürgermeister nicht wahr haben wollte, dass die Ablehnung in Rothhausen tatsächlich so groß ist, ließ er es sogar auf einen Bürgerentscheid ankommen. Dabei durften lauf Gesetz aber auch die Thundorfer mit abstimmen. Und weil die einen nun absolut dafür waren und die anderen absolut dagegen ist nun das Tischtuch zerschnitten.

In Rothhausen sind nun mal fast alle dagegen und in Thundorf fast alle dafür. Dass fast ganz Rothhausen gegen die Windräder ist spielt für den Bürgermeister keine Rolle.

 

 

Zeitungsartikel zur Bürgerversammlung der BI Gegenwind vom 27.11.13

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Rückenwind für Gegenwind – Trotzdem: Erster Wegzug wegen der Windräder hat sich bereits angekündigt

 

 

 

Rothhausen (mel). Die Rothhäuser verspüren wieder Wind unter den Flügeln, denn die gute Nachricht kam erst zwei Tage vor der Bürgerversammlung der Bürgerinitiative Gegenwind aus München. Bis zu der von Ministerpräsident Horst Seehofer angestrebten Gesetzesänderung bezüglich größerer Mindestabstände von Windrädern zu Wohnbebauungen wurden demnach die Behörden angewiesen „keine vollendeten Tatsachen“ mehr zu schaffen. In dem per E-Mail an Dieter Wagner versendeten Schreiben wurde außerdem zugesichert, dass sich das Wirtschaftsministerium in München noch einmal explizit mit dem Fall von drei geplanten Windrädern auf Rothhäuser Gemarkung befassen will.

 

Wie schon mehrfach berichtet, sollen im WK 75 an der Grenze zu Volkershausen insgesamt acht Windräder entstehen. Auf Volkershäuser Seite sind bereits fünf Anlagen genehmigt. Projektierer Green City Energy hat mit dem Bau bereits begonnen. Auf Rothhäuser Seite plant Projektierer Juwi drei Anlagen mitten im Gemeindewald. Doch der scheint das Interesse an einer Verwirklichung zu verlieren und hat diese seinem „Konkurrenten“ auf der anderen Seite bereits angeboten, wie stellvertretender Bürgermeister Alfons Gundelach bestätigte. Offizielle Gründe für den Rückzug von diesem stets als lukrativ propagierten Bauvorhaben gibt es nicht. Der schwache Wind und der kurze Abstand zu den bereits in Bau befindlichen Anlagen könnte einer sein, wie aus dem Referat von Harald Klopf hervorging. Der Rannunger sammelt Expertisen, vergleicht diese mit tatsächlichen Werten und gilt aufgrund seiner zahlreichen Gesprächen mit Behördenvertretern als ausgewiesener Fachmann. Zwar seien die Rannunger Windräder kleiner als die in Rothhausen geplanten, doch die Windverhältnisse seien aufgrund nur acht Kilometer Distanz wohl durchaus ähnlich. Echte Rentabilität sei sowohl für den Stromertrag, als auch für potenzielle Anleger sehr unwahrscheinlich, legte der den 80 Besuchern im bis auf den letzten Platz gefüllten Sportheim anschaulich dar. Wenn denn schon hier unbedingt gebaut werden müsste, dann böte sich laut Klopf auch der demnächst aufgegebene Truppenübungsplatz Brönnhof an, auf dem theoretisch über 200 Windräder unter Einhaltung von mindestens zwei Kilometern Abstand zu den nächsten Ortschaften entstehen könnten.

 

Ob auch Green City 30.000 Euro Pacht pro Windrad an die Gemeinde überweisen würde, wie es Juwi versprochen hatte war ein weiteres Thema. Immerhin müsse den Landwirten auf Volkershäuser Seite erklärt werden, warum sie gerade eimal ein Fünftel dieser Summe erhalten. „Verkneifen“ mochte sich Gundelach eine persönliche Einschätzung dazu, die Verträge würden jedoch offiziell „eins zu eins“ übernommen werden.

 

Dass Green City Energy trotz der schwachen Windverhältnisse überhaupt die Bagger anrollen ließ, sei lediglich einer flugsen Umwandlung des ehemals „reinen“ Wohngebietes Schalksberg in Maßbach in ein „allgemeines Wohngebiet“ zu verdanken gewesen, denn vorher hätten Schallimmissionsgrenzen eine nächtliche Abschaltung der ersten zwei und eine Drosselung der anderen drei zur Folge gehabt. Nun können bei günstigen Verhältnissen alle fünf Windräder über Nacht durchlaufen, was eine wesentliche Forderung von Green City gewesen sei. Damit konnte auch bis auf 600 Meter an die Wohnbebauung am Schalksberg heran gerückt werden.

 

Mit diesen Informationen versorgt, wuchs die Sorge in der Versammlung, dass dieser nach Ansicht vieler Besucher unrentable Windpark möglicherweise schon nach wenigen Jahren abgebaut werden müsste. Doch dafür sind nach Gundelachs Angaben nur jeweils rund 90.000 Euro pro Windrad hinterlegt. „Dafür kommt in einigen Jahren nicht einmal mehr ein Kran“, fasste er zusammen. Zu befürchten sei in diesem Fall, dass die Gemeinden für Mehrkosten aufkommen müssen, oder Bauruinen in der Landschaft verbleiben würden.

 

Die Bürgerinitiative hat indessen genügend Unterschriften für ein weiteres Bürgerbegehren gesammelt und es vergangene Woche bei der Verwaltungsgemeinschaft eingereicht. Damit soll der Gemeinderat aufgefordert werden, sich uneingeschränkt hinter die 10-H-Forderung von Ministerpräsident Horst Seehofer zu stellen. Die Anweisung an die Behörden „keine vollendeten Tatsachen“ mehr zu schaffen sei schließlich kein verbindliches Moratorium und die Einleitung eines Bürgerbegehrens schaffe erst einmal Zeit. Immerhin ist die Länderöffnungsklausel fester Bestandteil des Koalitionsvertrages und nach Übergang von Mindestabstandsregelungen in Länderhoheit geht die Bürgerinitiative von einer schnellen Umsetzung der Seehofer-Forderung aus. Flankierend wurde zwischenzeitlich auch eine Hanauer Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet, die auf Windkraftfragen spezialisiert ist und schon die Formulierung für das Bürgerbegehren geprüft hat. 

 

Trotz der für alle Versammlungsteilnehmer guten Nachrichten, hat sich bereits der erste Wegzug aus Rothhausen angekündigt. Gerald Meyer aus einer Stadt in Norddeutschland hatte erst vor kurzem mit seiner Frau ein Anwesen an der Rothhäuser Mühle erworben, um in ländlicher Umgebung die Ruhe genießen zu können. Er wird es wegen der Windräder wieder verkaufen, hat er angekündigt. „Das machen wir nicht mit!“ war sein Statement, das am Ende dann doch viel Betroffenheit hinterließ.

 

 

1 Jahr Besorgte Bürger im Internet!

Eigentlich ist es ja traurig, dass Bürger selbst ein Internet-Forum in die Hand nehmen müssen, um offen über Gemeindepolitik diskutieren zu können.

Am 16. April 2013 besteht dieses Forum schon 1 Jahr. Über 70.000 Zugriffe sind ein beeindruckender Beweis, wie notwendig diese Einrichtung war. Das sind durch 365 geteilt fast 200 Zugriffe am Tag! Die vielen Beiträge zeigen zudem, dass es sich hier nicht um eine Handvoll zu vernachlässigende Spinner handelt, sondern um ein sehr großes Potenzial - eben alles Besorgte Bürger! 

Gut, es zählt auch jede Umschaltung innerhalb der Homepage aber selbst wenn man die Hälfte weg rechnet, sind es immer noch 100 Neugierige am Tag, die wissen wollen was wirklich los ist!

Die kommen nicht nur aus unserer Gemeinde, wie die E-Mails bestätigen, sondern aus der gesamten VG Maßbach und vielen ebenfalls von viel zu nahe stehenden Windrädern betroffenen Gemeinden. Man kann davon ausgehen, dass jeder Internet Anschluss innerhalb der Gemeinde schon mal drauf geschaut hat.

Dass diese Homepage nicht jedem gefällt ist klar. Selbst die Polizei wurde schon eingeschaltet, um sie mundtot zu machen - allerdings ohne Erfolg, weil das Grundgesetz jedem Bürger erlaubt seine Meinung frei zu äußern. Und die Einträge können auch von den Besorgten Bürgern nicht auf ihren Urheber zurückverfolgt werden. Dieser Kampf hinter den Kulissen zeigt aber auch, dass die "Gegenseite" scheinbar aufmerksam verfolgt, was die Bürger denken.

Ein Kompliment auch an alle Nutzer, denn fast kein Eintrag musste wegen persönlicher Beleidigungen gelöscht werden. Auch die Polizei musste am Ende einräumen, dass hier nichts ehranrühriges steht und trotz aller harter Bandagen alles im Rahmen des heute üblichen ist.

Deshalb weiter so! Macht ruhig weiter das Maul auf, formuliert aber bitte so, dass niemand direkt und mit seinem Namen angegriffen wird!

Flyer zur Demo in Salz am 26. 1. 2013

Flagge zeigen gegen Windkraft an unsinnigen Orten
Flagge zeigen gegen Windkraft an unsinnigen Orten

Die Rothhäuser treffen sich zur gemeinsamen Abfahrt zur Demo in Salz am Samstag um 15.30 Uhr am Bahnhof!

 

 

Die besorgten Bürger treten insbesondere ein für:

- eine Streichung des WK 75 bzw. keine Windkrafträder auf der Gemarkung Rothhausen

- den Verzicht auf eine Festscheune zugunsten einer altengerechten Wohneinrichtung an diesem Standort, bzw. der Offenlassung des repräsentativen Platzes zur besseren Einsicht für Fremde auf das Wasserschloss.

- dafür einen Notausgang für den etwa gleich großen und bereits vorhandenen Ritterkeller, um diesen besser nutzen zu können.

- Schaffung zusätzlicher Parkplätze an der Schulturnhalle Rothhausen mit infrastrukturellen Maßnahmen in der Schulturnhalle, um diese bereits vorhandene Einrichtung besser bei Großveranstaltungen nutzen zu können.

 

Es darf gern auch anonym geschrieben werden, jeder kann sein Argument aber auch mit seinem Namen versehen, wenn er es möchte. Es soll das Gewicht des Argumentes zählen und nicht der Name der dahinter steht.

Aber bitte keine persönlichen Beleidigungen! Behauptungen sollten beweisbar sein. Pauschale Rundumschläge und Bezichtigungen, dass einer keine Ahnung hat usw., tragen nicht zur Lösung unseres ganz großen Problems bei. 

Dennoch: Hier darf ruhig mal "es Maul aufgemacht werden"!

Presseartikel Saale-Zeitung zur Sitzung der besorgten Bürger

Besorgte Bürger trafen sich zu Gesprächen im Sportheim – Abspaltung von Thundorf ist derzeit kein Thema

 

Rothhausen (mel): Sicher ist bislang nur, dass nichts sicher ist, so könnte man frei nach Karl Valentin den momentanen Stand in der Windradfrage in Rothhausen überschrieben. Beim Bürgerforum der Besorgten Bürger berichteten Ronald Beck und Klaus Beck, die beiden Sprecher der Bürgerinitiative Gegenwind von einem Treffen mit Landrat Thomas Bold.

Vertreter der Bürgerinititative waren zu dem Bürgerforum ebenso eingeladen worden, wie Repräsentanten der örtlichen Vereine, Kirchen und die vier Rothhäuser Gemeinderäte. Sie Antworteten auf die Fragen der etwa 60 Anwesenden und von Versammlungsleiter Daniel Wiener, der die auf der Homepage der Besorgten Bürger aufgeworfenen Fragen gebündelt hatte.

Der Bürgerinitiative Gegenwind hatte der Landrat beschieden, dass die Windradbauwerber Juwi auf Rothhäuser Seite und Green-City-Energy auf Volkershäuser Seite bis heute noch gar keine Bauanträge gestellt hätten. Deswegen seien bislang auch noch keine naturschutzrechtlichen Gutachten in Auftrag gegeben worden. Der Landrat konnte der Bürgerinitiative außerdem glaubhaft versichern, dass die Untere Naturschutzbehörde den von den Bauwerbern in Auftrag gegebene Gutachten nochmals selber unabhängig prüft. Der bekanntermaßen im Lauertal brütende Graureiher und der zuletzt häufig über besagtem Gebiet kreisende Rotmilan hat der Bürgerinitiative wieder Hoffnung gegeben.

Bold machten den Ausführungen von Ronald Beck zur Folge aber auch keinen Hehl aus seiner grundsätzlichen Befürwortung von Windrädern, auch in wohnortnahen Gebieten, da des einen Südseite des anderen Nordseite sei. Die gesetzlichen Mindestabstände könne das Landratsamt nicht beeinflussen. Bis zum 24. Juli müssen zudem noch die knapp 1000 Einwendungen zum WK 75 abgearbeitet werden. Da der Schalksberg in Maßbach immer noch als Feriengebiet eingestuft ist gelten dort zudem niedrigere Lärmschutzwerte als in Wohngebieten. Grundsätzlich sei es auch möglich, dass die Anzahl der geplanten Windräder eingeschränkt werden muss. Ob sich dann ein Bau für einen Windraderbauer überhaupt noch lohnt, sei eine weitere ungeklärte Frage.

In diesem Zusammenhang wollte ein Bürger wissen, ob denn die versprochenen 30.000 Euro Pacht pro Windrad angesichts marktüblicher 10.000 Euro überhaupt seriös sein können. 2. Bürgermeister Alfons Gundelach meinte, dass nach seinem Wissen rechtskräftige Verträge über diese Summe vorliegen, „ob sie dann auch tatsächlich gezahlt werden, kann ich nicht garantieren“, fügte er jedoch hinzu.

Weil die Windradpositionierung ein privilegiertes Bauvorhaben ist, können weder die Gemeinde, noch das durchgeführte Bürgerbegehren letztendlich daran konkret etwas verändern, gab der Landrat der Rothhäuser Delegation am Schluss mit auf den Weg. Dass das Bürgerbegehrten damit quasi umsonst war, wollte Klaus Beck so nicht stehen lassen. Bei der Prüfung der Eingaben spiele das durchaus eine Rolle, auch wenn es insgesamt abgelehnt wurde.

Und das Bürgerbegehren zeigte zudem, wie die Bürger der Gemeinde Thundorf zueinander stehen. Gerade weil bei der vorangegangenen Bürgerbefragung viele Thundorfer und Theinfelder im persönlichen Gespräch durchaus Verständnis für die Rothhäuser Belange entwickelt hatten, fühlte sich beispielsweise Werner Müller aus dem Befragungsteam „verarscht“. Dass einige Unterstützer mehr aus Thundorf und ein paar ablehnenden Stimmern mehr in Rothhausen zu einem von allen akzeptierten Votum geführt hätten, wurde in der Runde ebenfalls deutlich.

Weil das Bürgerbegehren nun aber gezeigt hat, wie sehr Thundorf hinter dem Bürgermeister und seinem Gemeinderat steht, sorgen sich nun viele Rothhäuser darum, dass sich bei der nächsten Gemeinderatswahl nicht mehr genügend Rothhäuser für eine eigene Wahlliste aufstellen lassen könnten. Wenn gute Argumente gegen den Mehrheitswillen keine Chance haben könnte das abschrecken.

Wichtigste Frage war deshalb zunächst, ob Rothhausens bisherige Gemeinderäte unter den gegebenen Umständen wieder kandidieren würden. Alle vier wollten sich zum jetzigen Zeit eine Entscheidung offen halten. „Vielleicht im November 2013“ gab Alfons Gundelach zu Protokoll. Alle vier wollen zudem abwarten, wie eine Thundorfer Kandidatenliste für die nächste Legislaturperiode aussehen könnte.

Eine Absage wurde damit möglichen Gedankenspielen um eine Abspaltung Rothhausens von Thundorf erteilt. Die Gemeinderäte sehen die Zukunft Rothhausen trotz aller Querelen weiterhin bei Thundorf. Wie Thundorfer Räte zu mehr Einsicht zu bewegen seien, war deshalb eine andere Frage. Das Prinzip Hoffnung wurde erwähnt, war aber nur Gelächter im Saal hervorrief. Hans Geißler wurde konkreter. Er forderte die Anwesenden zu mehr Besuchen bei Gemeinderatssitzungen auf. Stärkere öffentliche Präsenz könnte nach Geißlers Ansicht vielleicht zu mehr Zurückhaltung bei oft unbedarften Äußerungen im Gremium führen.

Für die katholische Kirchengemeinde bedauerte Andreas Roth, dass Pater Joseph noch zu kurz im Amt ist, als dass er seinen Einfluss habe geltend machen können. Grete Heilinger berichtete von offenen Gesprächen zwischen evangelischen Christen aus Thundorf und Rothhausen über das Thema örtliche Spaltung.

Der Sportverein Rothhausen wird nach dem Aufstieg der gemeinsamen Fußballmannschaft weiterhin mit dem TSV Thundorf zusammen spielen. Die Alten Herren ihrerseits haben jedoch beschlossen nur noch unter dem Namen SV Rothhausen antreten zu wollen. Per E-Mail ließ der verhinderte Feuerwehrvorsitzende Markus Terwart wissen, dass die Feuerwehr aus Protest gegen die Thundorfer Haltung auf eine Fahnenabordnung bei der Fronleichnamsprozession verzichtet habe. Außerdem will die Feuerwehr künftig den gemeinsamen Florianstagen fern bleiben. Manfred Beck ließ ausrichten, dass die Schützen traditionell ein rein Rothhäuser Verein sind. An den überörtlich angebotenen Bürgerschießen haben ohnehin noch nie Thundorfer oder Theinfelder teilgenommen. Die Lauertalkapelle gab keine Stellungnahme ab. Mehrere Vereine haben darüber hinaus ihre Bestellungen bei einem Thundorfer Getränkehändler storniert, der im Vorfeld mächtig Werbung gegen das Bürgerbegehren gemacht hatte.

 

 

Die besorgten Bürger

laden ein zu einem Bürgerforum am Samstag, 16. Juni, um 19 Uhr ins Sportheim Rothhausen

Nachdem der erste Schock des Bürgerbegehrens verdaut ist und jeder so ziemlich allein mit seinem Frust umgehen muss, ist es an der Zeit sich einmal zusammen zu setzen und zu fragen:

Was kann jetzt noch gegen die Windräder getan werden?

Wie geht es weiter mit Rothhausen?

Wenn man die Stimmung so richtig deutet, fühlen sich nicht wenige nun allein gelassen, vermissen nun die Solidarität unter den Rothhäusern.

 

Die Besorgten Bürger laden deshalb am Samstag, 16. Juni zu einer Versammlung ein.

Beginn ist um 19 Uhr im Sportheim.

Zur Begrüßung wird es einen kurzen Rückblick über 34 Jahre gemeinsame Gemeinde mit Thundorf geben.

Folgenden Fragen wollen wir außerdem nachgehen:

- Wie ist der aktuelle Stand in der Windradfrage?

Wir haben dazu Vertreter der Bürgerinitiative Gegenwind eingeladen

- Wie sehen unsere Gemeinderäte die aktuelle Zusammenarbeit im Thundorfer Gemeinderat

Wir haben dazu die Rothhäuser Gemeinderäte eingeladen

- Welche Auswirkungen hat das Thundorfer Abstimmungsverhalten auf die Vereine

Wir haben dazu Vereins- und Kirchenvertreter eingeladen

 

Abschließend erfolgt eine öffentliche Aussprache, bei der jeder seine Meinung sagen kann.

 

 


Die besorgten Bürger der Gemeinde Thundorf unterstützen die Ideen der Bürgerinitiative Gegenwind aus Rothhausen. Sie möchten gerne neue und andere Ideen in die Gemindepolitik einbringen und sehen moderne Artikulationsmittel, wie das Internet als geeignete und zeitgemäße Plattform zum Meinungsaustausch, da den traditionellen Stammtischen in Wirtshäusern immer mehr der Boden entzogen wird und diese kaum noch besucht werden. Gerne dürfen noch weitere Bürger - insbesondere aus Thundorf und Theinfeld - ihre Sympathie bekunden, mitwirken und gute Ideen zum wahren Wohl der Gemeinde einbringen.

Hintergrund:
Rothhausen. Als im Oktober 2011 ruchbar wurde, dass die Gemeinde Thundorf im Rothhäuser Wald an der Grenze zu Volkershausen einem Windraderbauer die Errichtung von drei Windrädern ermöglichen möchte, fanden sich binnen drei Stunden 42 Unterschriften, die sich gegen dieses Vorhaben aussprachen. Weil sich die Gemeinde davon unbeeindruckt zeigte, gründete sich schnell die Bürgerinitiative Gegenwind, die daraufhin alle erreichbaren Haushalte in der Gemeinde per Hausbefragung befragte. Dabei sprachen sich 80 Prozent der Rothhäuser und 53 Prozent der Gesamtbevölkerung gegen die Windradpläne aus. Weil der Gemeinderat zu verstehen gab, nur ein amtliches Bügerbegehren akzeptieren zu wollen, kam es am 29. April 2012 zur Abstimmung. Da waren es nur noch rund 40 Prozent der Gesamtbevölkerung, aber 84 Prozent der Rothhäuser Einwohner die gegen die Windräder. Seitdem ist das Tischtuch zerschnitten. Bürgermeister Anton Bauernschubert beruft sich auf das amtliche Ergebnis und die rechtlichen Vorgaben, die keine Möglichkeit für eine Verhinderung der Windräder geben. Die Rothhäuser sehen sich von ihren Mitbürgern aus Thundorf und Theinfeld sowie dem Gemeinderat im Stich gelassen, was inzwischen weite Kreise weit über die eigentliche Windradfrage hinaus gezogen hat.

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